100 Jahre Wilhelm Loth

100 Jahre Wilhelm Loth

Ein Akt der Freiheit

2020

Am 24. September 2020 wäre der 1993 verstorbene Darmstädter Bildhauer Wilhelm Loth 100 Jahre alt geworden. Der vor allem für seine charakteristischen Frauentorsi bekannte Künstler ist im kulturellen Leben seiner Heimatstadt noch heute gegenwärtig. Seit 1995 trägt der Darmstädter Kunstpreis, den er 1955 selbst erhielt, seinen Namen und wird von der Stadt Darmstadt regelmäßig an renommierte nationale und internationale Künstler vergeben. Die BS Kulturstiftung unterstützt die Preisverleihung seit ihrer Gründung und ist Wilhelm Loth damit auf besondere Weise verbunden. Um diese Verbundenheit zu unterstreichen, gedenkt die Stiftung des Künstlers mit einer Retrospektive anlässlich der Eröffnung ihres Skulpturengartens am Spanischen Turm auf der Darmstädter Rosenhöhe.

Die etwa 20 Plastiken aus Bronze, Aluminium, Eisen und Kunststoff stammen aus allen Schaffensphasen und gehören maßgeblich zum persönlichen Nachlass Wilhelm Loths. Eingebettet in die Vegetation des neu angelegten Ausstellungsgeländes, verspricht die Präsentation einen spannenden Dialog zwischen der gestalteten menschlichen Form und dem sie umgebenden, natürlichen Landschaftsraum. Gerade die Wechselbeziehung von Kunst und Natur macht die Werkschau zu Ehren Wilhelm Loths zu einem besonderen Erlebnis.

Bettina John-Willeke

Eröffnung des Skulpturenparks - Ausstellung Wilhelm Loth

Der Künstler

Als zentraler Vertreter der Darmstädter Kunstszene prägt Wilhelm Loth das kulturelle Bewusstsein der Nachkriegszeit und hat maßgeblichen Anteil am geistigen Wiederaufbau seiner Heimatstadt.

In seinem künstlerischen Schaffen stets der menschlichen Gestalt verpflichtet, wird er Teil einer Künstlergeneration, die nach einem veränderten, von der Vergangenheit unbelasteten Ansatz bei der Wiedergabe figürlicher Inhalte strebt. Dieses Streben spiegelt sich im Werk Wilhelm Loths in der konsequenten Ausrichtung auf ein vorherrschendes Thema: die Darstellung des unbekleideten weiblichen Körpers. Von figürlicher Individualität und zugleich abstrakt, wird der Akt für Loth zum Symbol eines modernen Selbstverständnisses und eines zeitgemäßen Bildes der Frau.

Jedoch entsprechen seine Torsi weder einem gängigen Schönheitsideal noch sind sie Ausdruck klassischer Vollkommenheit, stattdessen greift Loth nach eigener Aussage zurück auf „…jene Formen, die das reale Leben anbietet.“ In seiner naturnahen, von großer körperlicher Präsenz geprägten Figurenauffassung beweist Loth inhaltlich wie formal höchste Konsequenz. Innovativ und einzigartig zugleich, gelingt es ihm, das plastische Schaffen in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert maßgeblich zu bereichern. 

Kulturfonds FRM

Die Kunst von heute ist morgen die Kunst von gestern.
Wilhelm Loth

Informationen zur Ausstellung, Öffnungszeiten, Ticket-Buchung und Begleitprogramm finden Sie hier:

"Loth wurde oft Voyeurismus unterstellt" - ​​​​​​​Ehemalige Modelle berichten in der Ausstellung über die Zusammenarbeit mit dem Künstler

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